Drobo_Front_Low

Es gibt eine feine Speicherkiste namens Drobo – eine Art RAID, nein es ist ein RAID-System, allerdings so userfreundlich wie man es sonst nur von Apple kennt.

Drobo_Open_Low-1

Der Name Drobo ist die Abkürzung von DatenROBOter abgeleitet vom Firmennamen data robotics. Was an dem  schwarzen Hochglanz-Kistchen rockt, ist dass es völlig egal ist, welche Plattenkapazität man in die 4 SATA I oder II Steckplätze hineinsteckt – Drobo läuft mit jedem Mix und  verwaltet alles selbst. Das ganze wird für den User nicht sichtbar mit einer Software namens Beyondraid getan, welches die Daten sicherheitshalber ähnlich eines RAID 5 verwaltet, was bedeutet: eine Platte kann ausfallen ohne das die Daten weg sind. Vom verfügbaren Plattenplatz nimmt das Beyond-RAID sich dann einen Teil, um die Daten zu sichern.

Die Kapazität mit verschieden großen Platten kann man sich einfach hier ausrechnen.

Der Anschluß vom Drobo erfolgt über Firewire 800 oder USB 2.0. Falls man den Drobo auch ohne laufenden Mac/PC nutzen möchte, kann man sich auch im Bundle (günstig) oder einzeln eine GB-Netzwerkschnittstelle namens Droboshare kaufen. Damit ist das Drobo einfach im Netzwerk anzusprechen.

Und so einfach wie auf www.drobo.com beschrieben, ist es dann auch.  Den Drobo bei Gravis gekauft, 3 aktuelle schnelle und leise 1.5TB Platten bestellt und reingesteckt sowie das Drobo-Dashboard installiert – und nach dem Formatieren in HFS+ war alles bereit für die erste TimeMachine-Ladung und das Kopieren sämtlicher Daten, die verstreut auf anderen Platten lagern.

Im Drobo-Dashboard unter Mac und Windows sieht man die verfügbare Kapazität und den Status der Platten:

drobo_1

drobo2

Das tolle dabei ist wirklich: man stopft an Festplatten hinein, was man da hat: 1 TB + 250GB +500GB, die Mischung ist völlig egal und kann es in HFS+, NTFS oder FAT32 oder Ext3 formatieren.

Aller paar Jahre erneuert man dann die Platten einzeln und nacheinander und die Daten bleiben konsistent. Perfekt und das ständige Neukaufen externer Festplatten fällt weg!

Drobo_Back_Low
Der Drobo hat einen großen Lüfter hinten eingebaut. Die Lautstärke ist von „man hört es nicht“ im Normalbetrieb (leise Festplatten vorausgesetzt) bis hin zu einem mit der Zeit etwas nervenden Lüfter – der sich allerdings nur alle halbe Stunden mal für wenige Minuten dreht.

Kleine freie Tools zum Download auf Drobo.com runden das ganze dann ab – vom TimeMachine-Platzbegrenzer bis zum Webserver für den Drobo gibt es noch einiges sinnvolles als Verwaltungsaddon.

Wir sind gespannt, wie sich der Drobo nun unter Last und täglicher Nutzung macht und werden hier weiter davon berichten.

Update 23.11.2009
Es gibt seit heute 2 weitere Drobos: Drobo-S und DroboElite. Drobo-S ist statt mit 4 SATA-Schächten nun mit 5 bestückt und hat einen zusätzlichen eSATA-Anschluß. Ob einem dieser Anschluß und der weitere Platten-Steckplatz eine Verdopplung des Preises von 289 EUR auf 569 EUR wert ist, muss jeder selber wissen. Die Empfehlung wäre da eher 2 normale Drobos als redundantes Backup zu betreiben.

Der DroboElite ist ein aufgebohrter DroboPro mit 8 Laufwerksschächten und nunmehr 2 iSCSI-Anschlüßen statt einem, den der DroboPro zu bieten hat.

Update 2 März 2010
Das komplette Drobo für die TimeMachine zu nutzen, macht natürlich keinen Sinn – die würde solange sichern, bis die Platten voll sind. Daher gibt es 2 Ansätze, den Drobo für TM zu nutzen: über sparsebundle oder direkt zu partitionieren. Wie man das genau macht, findet man hier.

Update 11/2011
Bei einem Kundensystem musste eine Platte ausgewechselt werden, da diese ohne weitere Fehlermeldung ausgefallen war (Lampe rot). Nach dem ersten Rein-Raus dieser Platte wurde sie vom Drobo wieder aktiviert und lief noch Wochen weiter. Dann erneut der Fehler, die Aktivierung nach erneutem Einstecken ging nicht und demzufolge Plattentausch. Problem nach dem Wiederherstellen des Raids: die erste (TM) Partition war nicht mehr mountbar. Die Festplattenreparatur über das OS X Festplattendienstprogramm lief mehrere Tage: OHNE Erfolg.

Fazit: Die Partition wurde neu formatiert und die alten TimeMachine-Backups waren verloren.

Empfehlung für neue Systeme mit Thunderbolt ist nun ein Promise Thunderbolt Pegasus R6 mit ausreichender Kapazität. Das ist eine bessere Alternative zur Drobo. Erstens wegen der vielfach höheren Übertragungs-Geschwindigkeit (2TB TimeMachine-Backup und -recovery auf frischer Partition dauern immerhin ca. 3-4 Tage!) und zweitens wegen der Möglichkeit, ein gespiegeltes RAID (10) einzurichten.

Angegeben sind in der Beschreibung der R6 die Level: 0, 1, 5, 50, 6, 60 und 10.
Wobei das RAID 60 normalerweise 8 Platten braucht… diese Angabe ist merkwürdig.

Alternativ ohne Thunderbolt bis 2x3TB ist preislich eine NAS von QNAP oder Synology interessant, die man am besten mit 2 Platten im RAID-Spiegel (1) betreibt und doppelt hat. Diese NAS können sich über das Netz syncen, sodass hier eine hohe Ausfallsicherheit besteht.
Wenn man mehr Speicher als 3 TB braucht, kann man diese NAS auch mit mehr als 3 Platten kaufen, um die Kapazität zu steigern. Hier muss allerdings ein höheres RAID-Level zum Einsatz kommen (RAID 5 oder 10).

Fussnote: Kleiner Exkurs zu den meist verwendeten RAID-Leveln:

RAID 0
Striping ohne Parität; verbesserte Leistung, zusätzlicher Massenspeicher, keine Fehlertoleranz
RAID 1
Spiegelung ohne Parität; Fehlertoleranz bei Festplattenfehlern und dem Ausfall einer einzelnen Festplatte. Mindestanzahl an Festplatten: 2
RAID 5
Striping mit verteilter Parität; verbesserte Leistung, Fehlertoleranz bei Festplattenfehlern und dem Ausfall einer einzelnen Festplatte. Mindestanzahl an Festplatten: 3
RAID 6
Striping mit dualer Parität, Fehlertoleranz bei Ausfall zweier Festplatten. Mindestanzahl an Festplatten: 4
RAID 10
Spiegelung in Kombination mit Striping; bessere Leistung, Fehlertoleranz bei Festplattenfehlern und dem Ausfall mehrerer Festplatten (Ausfall einer Festplatte pro Spiegelung). Mindestanzahl an Festplatten: 4
RAID 50
Kombination aus mehreren RAID 5-Sätzen mit Striping; verbesserte Leistung, Fehlertoleranz bei Festplattenfehlern und dem Ausfall mehrerer Festplatten (Ausfall einer Festplatte pro Span). Mindestanzahl an Festplatten: 6
RAID 60
Kombination aus mehreren RAID 6-Sätzen mit Striping; verbesserte Leistung, Fehlertoleranz bei Festplattenfehlern und dem Ausfall mehrerer Festplatten (Ausfall von zwei Festplatten pro Span). Mindestanzahl an Festplatten: 8