Einige haben ja noch einen alten iMac rumstehen und brauchen ihn aus welchen Gründen auch immer als Windows-Rechner. Da Windows 7 Pro seit diesem Jahr definitiv nicht mehr auf einen Rechner gehört, haben wir einige Tests mit der Installation von Windows 10 Pro auf älteren iMacs gemacht. Erfolgreich.
Update Windows 11, was ja sinnvollerweise ab Oktober 2025 einzusetzen ist, ist noch mal eine andere Nummer. Wir werden auch dazu einige Tips haben, vorab ein Hinweis auf diese Software, mit der das auf allen iMacs funktioniert, die 12.0 Monterey unterstützen (OS Launch 25.10.2021) | iMac bis 2015 (iMac 16,1/16,2/17,1 – Retina Ende 2015). Späte iMacs (2019+) mit Sequoia sollten mit dem eigenen Bootcamp auch Windows 11 direkt unterstützen.
Übersicht der macOS-Versionen und eventueller Abhängigkeiten
Die Fragen sind:
Kann ich auf meinem alten iMac mit Bootcamp ein Windows 10 Pro installieren? Mit kleinen Einschränkungen bei iMacs mit ATI-Mobility-Grafikkarten funktioniert das (*1).
Ab welcher macOS-Version kann Windows 10 Pro auf Bootcamp mit vorhandenen Bootcamp-Treibern für die jeweilige Hardware betrieben werden? Siehe unten, wichtig ist: Nur auf Intel-iMacs wird Bootcamp unterstützt!
Offiziell sagt Apple: Voraussetzung für die Installation von Windows 10 auf einem Mac sind folgende Modelle: MacBook von 2015 oder neuer MacBook Air von 2012 oder neuer MacBook Pro von 2012 oder neuer Mac mini von 2012 oder neuer
Wir haben das getestet mit iMacs ab 2007. Ab 2009 mit High Sierra war das Installieren problemlos möglich.
Dazu ist es sinnvoll zu wissen, mit welchem macOS man die alte Hardware am besten bespielt.
macOS | Hardwarevoraussetzung für die Installation von macOS-Versionen 10.11 El Capitan | iMac ab Mitte 2007 (Updates auf El Capitan sind erst ab 10.6.8 möglich, notfalls als Zwischensystem installieren) 10.12 Sierra (OS Launch 20.09.2016) | iMac ab 2009 10.13 High Sierra (OS Launch 25.09.2017) | iMac ab Ende 2009 oder neuer 10.14 Mojave (OS Launch 24.09.2018) | iMac ab Ende 2012 10.15 Catalina (OS Launch 07.09.2019) | iMac ab 2012 (nur noch 64-Bit-Apps unter macOS Catalina möglich, T2-Chip-Einstellungen beachten) 11.0 Big Sur (OS Launch 12.11.2020) | iMac ab 2014 12.0 Monterey (OS Launch 25.10.2021) | iMac bis 2015 (iMac 16,1/16,2/17,1 – Retina Ende 2015) 13.0 Ventura (OS Launch 10/2022) | iMac bis 2017 (iMac 18,1/18,2/18,3) 14.0 Sonoma (OS Launch 09/2023) | iMac ab 2019 (iMac 19,1/19,2/20,1/20,2/21,1/21,2/M1) 15.0 Sequoia (OS Launch 09/2024) | iMac 24? 2023/24?M1 2021/27?5K 2020/27? 5K 2019/21,5? 4k 2019
EoL und Daten erfährt man hier.
Empfehlung ist aber definitiv mindestens 4 GB RAM, und ab i5, DualCore ist recht lahm. Eine SSD sollte man vorausschauend auch nach mindestens 5 Jahren Betrieb der Ursprungsplatte einbauen lassen.
Update 2020/2021 Achtung: Auf Macs mit M1-Prozessor wird es kein Bootcamp mehr geben. Hier kann man nur noch mit virtuellen Maschinen arbeiten. Das können Lösungen wie Parallels oder Jump Desktop bereits jetzt. VMware hat auch eine Lösung angekündigt, aber nicht geliefert. Gebraucht wird allerdings eine Windows-Installationsversion für Arm-Prozessoren, die man bisher nur als kostenloses Entwicklungspaket im Windows Insider Program bekommt. Wie es später mit der Lizenzierung aussieht, ist derzeit unbekannt. Ein anderer Weg führt über Homebrew und QEMU, damit laufen wohl auch VM-Importe von Intel-Umgebungen durch die Emulationsschicht dieses Open-Source-Tools.
Updates auf ältere macOS-Versionen als das zurzeit aktuelle Big Sur bekommt man immer noch auf der Website von Apple.
Wie installiere ich Windows 10 Pro am besten auf dem iMac unter Bootcamp? Das kann man natürlich über einen Windows-10-USB-Stick. Dazu muss man die Bootcamp-Partition mit NTFS formatieren (aus dem Windows-Setup heraus). Falls man bereits eine Bootcamp-Partition mit Windows 10 Pro laufen hat, ist es am einfachsten mit dem kostenpflichtigen Tool Winclone von twocanoes. Einfach einen Clone von einem bestehenden Windows 10 Pro ziehen und dann laut Anleitung weitermachen.
Dazu muss man wiederum wissen, welche Version von Winclone auf welchem macOS einsetzbar ist. Hier eine Übersicht: Winclone 10 ab 11.0 wurde auch getestet mit 13.2 Ventura: – wichtig – bei APFS kein Volume erstellen, sondern partitionieren mit ausreichend Platz für Bootcamp als FAT32, NTFS spielt Winclone auf – wenn Kopien von Windows von älteren Bootcamps eingespielt werden, müssen die Bootcamp-Treiber aktualisiert werden, aber Winclone führt dort durch mit Links zu Hilfeseiten, auf denen alles erklärt ist (Download der Treiber über den Bootcamp-Assistenten, NTFS-Schreibschutz aufheben mit einem Tool über Brew etc.) Winclone 8 requires macOS 10.14+ Winclone 7 requires macOS 10.12 to 10.14. Winclone 6 requires macOS 10.11 to 10.13. Winclone 5 requires 10.9 to 10.12. Winclone 4 requires 10.9 to 10.11. Winclone 3 macOS 10.6.8 to 10.10.
Die Installation ist auch auf mehreren Macs möglich, hierzu kann man die Lizenz jeweils deaktivieren, um sie auf dem anderen Mac zu aktivieren.
Alles ohne Gewähr und nur als Tip gedacht. Vorher immer: Backup, Backup, Backup!
Prinzipiell wird bei iMacs ab 2009 (10,1, Ende 2009) folgendes Vorgehen empfohlen, funktioniert aber auch mit iMac Mitte 2007
1. Update auf High Sierra (oder checken, welche Version max. möglich ist, siehe Übersicht oben) 2. alte Bootcamp-Partition über das Festplattendienstprogramm löschen 3. macOS neu installieren (am besten Clean Install und Updates durchführen) 4. mit dem Festplattendienstprogramm die Festplatte partitionieren und eine Bootcamp-Partition mit mind. 50 GB als FAT erstellen (*2) 5. ab macOS High Sierra in die Wiederherstellung booten, Terminal aufrufen und die Festplattensicherung mit csrutil disable ausschalten, danach reboot 6. über Winclone 7 die vorher erstellte Windows-10-Pro-Clonedatei auf die Bootcamp-Partition zurückclonen (NTFS wird automatisch formatiert) Sollte man ein Clean-Install-Windows-10 haben wollen, sollte man vor dem Clonen Sysprep ausführen (*3). 7. in Bootcamp booten (Alt-Taste beim Start) und alle Windows-10-Updates installieren (hier werden meist auch die Treiber aktualisiert)
Fertig.
(*1) Bei iMacs ab 2009 mit ATI Mobility Radeon HD 4670 kann es zu Problemen mit dem Videotreiber kommen. Er scheint richtig installiert (kein Fehler im Gerätemanager), aber die Auflösung von 1920 x 1080 ist nicht möglich. Workaround ist, den Videotreiber zu löschen – dann findet Windows 10 den geeigneten, und die Auflösung stimmt. Hier darauf achten, den Videotreiber nicht über das Windows Update neu zu installieren. Falls das nicht klappt, kann man sich hier umsehen: http://strags.com/
(*2) Erklärung zu Partitionsschema – das sind Konfigurationsstandards auf niedriger Hardwareebene, um dem Betriebssystem das Arbeiten mit mehreren Laufwerken (Volumes) beizubringen. Diese werden, einfach gesagt, dann im Finder angezeigt. Eine physische Festplatte kann mehrere Laufwerke haben. Man unterscheidet hier 3 verschiedene Partitionsschemata: – „Master Boot Record“, das Partitionsschema für Windows – „Apple Partition Map“, das originale Schema für PowerPC-basierte Macs – „GUID (aka GPT)“, das neuere Schema für Intel-Macs
(*3) Sysprep ist ein Microsoft-Tool, mit dem man für das Clonen von Systemen Windows vorbereitet (System Preparation). Zu finden ist es hier: C:WindowsSystem32Sysprep, und es wird aufgerufen mit: Sysprep /generalize /shutdown /oobe Es werden alle eindeutigen Informationen aus der Windows-Umgebung entfernt. OOBE heißt Out Of Box Experience. So vorbereitet, wird nach der Installation eine Maske gezeigt, in die man Lizenz, User etc. eintragen kann. Mehr hier bei Microsoft selbst nachzulesen. Früher wurde angenommen, dass die SID eindeutig generiert werden muss, um den Betrieb zu gewährleisten. Das hat der Entwickler des bekannten Tools NewSid aber so kommentiert (The Machine SID Duplication Myth (and Why Sysprep Matters). Summa summarum: wird scheinbar nicht gebraucht.
Viel Glück beim Testen!
Hilfen
Bootfähige macOS-Sticks macht man am besten mit dieser Anleitung hier: https://support.apple.com/de-de/HT201372 Gut zu wissen: Wenn macOS vom alten Stick oder aus altem Installationsmedium nicht klappt (Version stimmt nicht, Fehlermeldung etc.), liegt das an abgelaufenen Zertifikaten von Apple und erfordert einen neuen Download über die Links auf der o. g. Seite oder das Zurückstellen des Systemdatums. Download alter Mac-Versionen geht auch wunderbar über das Tool ANYmacOS. Damit erzeugt man auch, wie mit dem Install Disk Creator, USB-Sticks fürs Installieren.
Startoptionen beim Booten findet man hier: https://support.apple.com/de-de/HT201255
Am wichtigsten hier sind das Zurücksetzen des SMC (Strom ab für 15 Minuten, dann wieder rein, und nach weiteren 5 Minuten erst wieder starten) und der PRAM-Reset (Apfel+Alt+P+R), um gespeicherte Voreinstellungen im Firmwarebereich neu zu laden. Hilft bei sehr vielen Fehlern.